Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e.V.

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Wandern auf tausendjähriger Grenze mit dem Sydekum


Der Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden lädt zu einer Exkursion für Samstag, 29. Juni 2019, zu einer Wanderung auf einer tausendjährigen Grenze ein. Die Besonderheit daran liegt in der Nähe zur Stadt Hann. Münden.

Hintergrund dafür ist die Schenkung des Reinhardswalds im Jahre 1019 durch Kaiser Henrich II. an seinen Jugendfreund, Bischof Meinwerk von Paderborn. Die damals gezogene bzw. in der Urkunde beschriebene Grenze besteht noch heute und stellt inzwischen an dieser Stelle die Landesgrenze zwischen den Bundesländern Hessen und Niedersachsen dar, direkt vor unserer Haustür.

Dieses Ereignis soll im Jahr 2019 nicht spurlos an uns vorüber gehen.

Interessant bzw. wichtig für uns in Münden ist die Tatsache, dass bei der Schenkung von 1000 Jahren die Grenzziehung die Siedlung Altmünden ausgespart wurde. Gleiches gilt für den Siedlungsbereich Ratten.

Altmünden gehörte zum Kloster Hilwartshausen, deshalb konnte bzw. wollte der Kaiser diesen Rechtszustand nicht ändern. Ratten war an Magdeburg übertragen worden, somit die gleiche Auswirkung.

Mithin gab es, wie inzwischen auch in der Literatur beschrieben, in der Talung von Werra und Fulda zur Weser die Siedlung Altmünden, den Königshof Münden mit ziviler Ansiedlung und das sog. Prädium Ratten, ehemals Hof eines Adligen.

Als Hintergrund für den Schenkungsvorgang im Jahre 1019 ist zu sehen, dass Kaiser Heinrich dafür sorgte, dass sein Jungendfreund Meinwerk Bischof von Paderborn wurde, was dieser anfänglich gar nicht wollte. Aber die Aussicht, durch den Kaiser gefördert bzw. unterstützt zu werden, bewog ihn, dieses Amt anzunehmen. Und der Kaiser hielt sein Wort, beschenkte das Bistum reichlich mit diversem Grundbesitz, eben auch hier aus unserer Landschaft. Meinwerk stammte aus einer begüterten Adelsfamilie und nutzte dieses Faktum, aus seinem Vermögen das Bistum ebenfalls nachhaltig auszustatten. Damit wurde Paderborn zu einem mächtigen, ja angesehen Bistum und war politisch gut verknüpft, damit einflussreich.

Mitglieder des Sydekum sowie Gäste sind zur Exkursion herzlich willkommen. Treffpunkt ist der Parkplatz oberhalb des ehemaligen Vereinskrankenhauses, am 22. Juni, um 14.30 Uhr. Der Weg parallel zur Grenze in Richtung Tillyschanze wird dann zu Fuß gegangen. Erläuterungen zum Hintergrund der Grenzziehung bzw. der Schenkung im Jahr 1019 und den Verbleibt der Grenze bis in heutige Zeit erfolgen durch Martin Czichelski, stellv. Vors. des Sydekum und Ortsheimatpfleger der Stadt Hann. Münden.

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Kurze Einkehr in der Gaststätte Tillyschanze ist möglich, Aufstieg auf den Turm ebenfalls.

Stehende Grenzsteine werden erläutert, der Grenzübertritt ist zollfrei.



Nach einem über vier Jahre andauernden Krieg mit Millionen von Toten, Elend und Hunger löste im November 1918 die Meuterei kriegsmüder Matrosen eine Revolution in Deutschland aus.
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