Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e.V.

    Über uns

Der Heimat– und Geschichtsverein Sydekum zu Münden eupostk. V. ist

  • bei dem Amtsgericht Göttingen, Registergericht, Registerblatt VR 160145 eingetragen und
  • vom Finanzamt Göttingen als Gemeinnützig anerkannt
  • Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich im Sinne von § BGB durch den Vorsitzenden oder einen der beiden stellvertretenden Vorsitzenden vertreten.
  • Die USt-Identnummer nach § 27a UStG lautet: 2320 02020603777
  • Für die Homepage ist der Vorsitzende redaktionell verantwortlich.
  • Der Verein hat derzeit 124 Mitglieder.

Ziele und Aktivitäten des Vereins

  1. Förderung und Unterstützung des städtischen Archivs und Museums.
  2. Herausgabe von volkskundlicher, geschichtlicher und wissenschaftlicher Literatur aus der Region. Bis heute 40 Veröffentlichungen.
  3. Förderung und Unterstützung der archäologischen Tätigkeit innerhalb der Innenstadt und der eingemeindeten Ortschaften.
  4. Aktive Hausforschung bei Umbauten der Bürgerhäuser in der Innenstadt und der Bauernhäuser der eingemeindeten Dörfer Farbberatung bei Umbau und Erneuerung in enger Abstimmung mit der unteren Denkmalbehörde.
  5. Anlage einer Hauskartei für die Innenstadt mit ihren wechselnden Hausnummern, mit ihren Bewohnern und deren Berufen (Häuserspuren).
  6. Sammlung alter und aktueller Fotos der Häuser im Mauerring der Altstadt zur Unterstützung der nachfolgenden Dokumentation.
  7. Ermittlung der Haustypologie, der Bauzeit und der Umbauten, sowie der Schmuckformen der Altstadthäuser im Mauerring.
  8. Erforschung der Flurnamen.
  9. Im Sommerhalbjahr: Exkursionen zu historischen Stätten und aktuellen geschichtlich und volkskundlich bedeutenden Plätzen in der näheren Umgebung (Angebot nach besonderem Terminplan) sowie Vorträge.
  10. Im Winterhalbjahr: Offener Gesprächskreis / Vorträge mit geschichtlichem, volkskundlichem und heimatkundlichem Inhalt.

Geschichte und Naschlagdme des Vereins

Die Burg Plesse hat einen Turm, von dem aus man einen weiten Blick über das Leinetal hat. Sein Name: „Sydekum“. Genau so hieß auch ein Turm in Witzenhausen, und so nannte man auch das 1729 auf dem „Rondehl“ an der Mündener Schlagdspitze erbaute Wirtshaus. Von hier aus konnte man sich sehr gut umsehen, das Geschehen auf den Schlagden und auf der Brücke beobachten, die Schiffe von Bremen und Kassel kommen und wieder abfahren sehen.

Sydekum = Sieh deck üm - Sieh dich um! - nannte sich danach auch ein Bürgerverein, der hier tagte, bis  Andreas Röhrig 1783  einen Hotel-Neubau auf der Ostseite der Werrabrücke anstelle von vier alten Fachwerkhäusern auf der Stadtmauer errichten ließ, in den der Verein  im 19. Jahrhundert umzog, worauf der Volksmund das Hotel "Neu Sydekum" nannte. Später wurde das Hotel in eine Kirche der Methodisten umgewandelt. 2001 erwarb die moslemische Gemeinde das Haus und nutzt es seither als Moschee.sy_03_wanf_92_k
Die Straße auf der der Stadt zugewandten Seite heißt heute "Sydekumstraße"..

Nach dem 2. Weltkrieg hatte man zunächst genug damit zu tun, das Lebensnotwendigste zu “ergattern”. In den sechziger Jahren dann erwachte das Interesse an der Geschichte der Stadt. Viele Häuser waren in früheren Jahrzehnten, überwiegend schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, auf der Straßenfront mit Putz überzogen worden, um massives Bauwerk vorzutäuschen. Damals dachte niemand daran, wie schädlich diese Maßnahmen für die Bausubstanz waren und wie schade es war, den kulturgeschichtlich wertvollen Charakter der alten Fachwerkhäuser zu verstecken. Der bekannte Kunstmaler Alfred Hesse begann dafür zu werben, dass ein Haus nach dem anderen von seiner vergilbten, verschmutzten Bretterverschalung befreit wurde. Zum Vorschein kamen schmucke Fachwerkhäuser, die zum Teil bereits seit mehreren hundert Jahren hier standen. Wer mochte sie erbaut haben?
rosenstrEs wurden viele alte Akten durchstöbert, die damals noch auf dem Boden des Rathauses verstaubten, und es wurde so manches Interessante zutage gefördert. Viele Veröffentlichungen darüber in der örtlichen Tageszeitung fanden aufmerksame Leser, und wenn Vorträge gehalten wurden, waren die Veranstaltungen stets gut besucht.

Am 9. März 1972 beschlossen einige der regelmäßigen Besucher dieser Veranstaltungen, die Sache auf eine feste Grundlage zu stellen, einen Verein zu gründen, der sich die Erforschung der Geschichte der Stadt Münden zur Aufgabe machte. Das waren unter anderen der pensionierte Bibliotheksdirektor Dr. Dr. h. c. Ludwig Denecke, der Richter Günter Spielmeyer, der Grafiker und Heraldiker Heinz Hartung (der später die Funktion als „Stadtbildpfleger“ bekam und Münden zur „ausgezeichneten Fachwerkstadt“ werden ließ), der Laubacher Förster und Eberlein-Forscher Günther Kaerger, und viele mehr.
Sich umsehen in der Stadt, die für viele zur neuen Heimat geworden war, wollte man. Was lag näher, als dem neuen Heimat- und Geschichtsverein wieder den Namen „Sydekum“ zu geben?

Seitdem werden regelmäßig Vorträge und Exkursionen in die nähere und fernere Umgebung zu geschichtsträchtigen Plätzen organisiert. Ein „Arbeitskreis” etablierte sich, in dem man sich gegenseitig beriet und unterstützte. 1980 erschien die erste Veröffentlichung: „Die Entwicklung der Forstlichen Verbindungen in Hannoversch Münden und Göttingen“. Schließlich hatte es hier ja seit langem eine Forstliche Hochschule gegeben! Es folgten Beiträge zur Geschichte des Nachbardorfes Volkmarshausen, zu „Münden im Mittelalter“, die erste Sammlung von Flurnamen aus der Feder von Günther Kaerger. 1983 erschien ein farbiger Band „Münden im Bild der Jahrhunderte“. Dieses „beschreibende Verzeichnis der Darstellungen der Stadt und der heute zu ihr gehörenden Orte in der Grafik des 16. bis 19. Jahrhunderts“ von Hans Fiedler wurde zu einem Standardwerk der haustueren150pixKunsthändler und Sammler von Grafiken!

Der Erfolg hielt an. Die 1985 als 13. Sydekum-Schrift erschienene farbige Darstellung „Mündener Haustüren, Tore und Portale von 1400 bis in die Gegenwart“ von Heinz Hartung musste bereits nach vier Jahren in einer leicht erweiterten Fassung neu aufgelegt werden, und sie wird heute noch von überall her bestellt.

Einen Überblick über die Geschichte der Stadt seit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung bietet die Zeittafel "Von Gimundi bis Hann. Münden", die zur Feier des der Stadt vor 750 Jahren verliehenen Stapelrechts 1997 zusammengestellt wurde. Sie war binnen kurzem vergriffen.
Ebenso erging es dem 1998 erschienen Band "Münden in alten Ansichten" mit Ansichtskarten und Fotografien, der die Entwicklung der Stadt seit Beginn der Industrialisierung zeigt. Wenige Monate nach seiner Veröffentlichung war er restlos ausvetoepferwarenrkauft, ebenso die 2. Auflage.

Ein "Muss" für Archäologen und Keramik-Forscher dürfte das im Oktober 1999 erschienene Buch von Heinrich Hampe "Töpferwaren aus Oberode an der Werra vom 16. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts" geworden sein. - Es ist vergriffen.
Auf 324 Seiten mit 431 Abbildungen, davon 414 in Farbe, dokumentiert es in beispielloser Weise die Vielfalt der Produktion eines einzigen Töpferdorfs, der in der Fachwelt bekannten "Werraware".

Insgesamt wurden bisher 40 Sydekum-Schriften veröffentlicht, über Werkzeuge und Geräte, über Fayencen und Töpferwaren, Beiträge zur Archäologie, zum Verkehr... Durch seine Lage am Schnittpunkt von Wasserstraßen, Landwegen und Schienen kann Hann. Münden als Beispiel für Tendenzen und Irrwege gerade auch in der Verkehrsgeschichte dienen.

Als erste Sydekum-Veröffentlichung im Internet ist seit Januar 1998 eine Untersuchung der Altstadt und ihrer Bewohner unter der Bezeichnung "574 Häuserspuren" verfügbar, die alle Häuser der historischen Kernstadt mit zahlreichen Details zeigt und interessante Einblicke in die Zusammensetzung der Stadtbevölkerung zwischen 1730 und 1900 vermittelt. Die 3. Version - seit Dezember 2001 im Netz -  enthält auch die Zuordnung zur Kopfsteuerliste von 1689 und zahlreiche Heiratsdaten von Hauseigentümern aus den Kirchenbüchern von St. Blasii, St. Aegidii und der ev. reformierten Kirche.

Wer die Stadt als Tourist besucht und mehr mit nach Hause nehmen möchte als ein paar schöne Eindrücke, sollte sich die Bücher des Sydekum-Vereins zeigen lassen. In den Buchhandlungen Hella Winnemuth an der Ecke Rosenstraße/Burgstraße und Karen Beume (Inh.Bernd und Claudia Huter) sind die noch lieferbaren Titel in aller Regel vorrätig.

In der Geschäftsstelle des Vereins im Haus der Stadtverwaltung Böttcherstraße 3 (Nebeneingang!), die jeweils mittwochs von 10.00 bis 12.00 Uhr, am ersten Mittwoch im Monat von 17.00 bis 19.00 Uhr für den Besucherverkehr geöffnet ist, sind auch die bereits vergriffenen Titel einsehbar. Außerhalb der Öffnungszeiten können Sie sich auch an den Vorstand wenden, wenn Sie spezielle Fragen haben.

Der Einsatz für die Orts- und Heimatgeschichte blieb im Verlauf der Zeit nicht ohne äußere sichtbare Anerkennung: 

  • Der Verein als Ganzes erhielt den Paul-Dierich-Preis, ebenso wie die beiden Ortsheimatpfleger Heinrich Hampe und Heinz Hartung, die außerdem mit dem Niedersächsischen Verdienstorden ausgezeichnet wurden.
  • Walter Henckel, Günther Kaerger und Günter Spielmeyer tragen das Bundesverdienstkreuz.
  • Dr. Ludwig Denecke und Heinz Hartung erhielten den Ehrenring der Stadt Münden.
  • Heinz Hartung war Ehrenbürger der Stadt.
  • Mit der Ehrenplakette der Stadt wurden Karl Nelges, Günther Kaerger und Heinrich Hampe gewürdigt

Der Verein ernannte Dr. Ludwig Denecke und Heinz Hartung zu Ehrenmitgliedern und zeichnete ihr Wirken auch dadurch aus, dass er sie zu Trägern der "Goldenen Vereinsnadel" machte, die auch Günther Kaerger, Johannes Gerland, Günter Spielmeyer, Heinrich Hampe, Walter Henckel, Rudolf Wegner und Martin Czichelski im Laufe der Jahre zuerkannt wurde.
Als besondere Würdigung seiner Verdienste um den Verein wurde Walter Henckel von der Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Vorsitzende des Vereins waren von
1975 - 1982 Dr. Ludwig Denecke,
von 1982 - 1997 Heinz Hartung,
von 1997- 2009 Walter Henckel und
seither ist es Wulf Richter.

 

Seitenanfang