Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e. V

Sydekum - der Name verpflichtet

Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e. V

1. Vortrag: „... like a sunshine in the darkness“

Karl Laabs (1896-1979), ein Judenretter aus Hann. Münden

2. Exkursion: Archäologischer Spaziergang

„Gerettete Geschichte“

Zu 2. Datum: 06. April 2019

Ort: Mühlenbrücke, Tanzwerder, Hann. Münden

Zeit: 11 Uhr; anschl. 13 Uhr Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen

Sydekum

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So erreichen Sie uns:

Bitte vormerken: Die nächste Veranstaltung im Jahr 2019:

Samstag, 30. März 2019

Ausstellungseröffnung , 16:00 Uhr Städtisches Museum

Ort: Museum, Welfenschloss Hann. Münden

Thema: Münden in den Sixties — Weg einer Altstadt in die Moderne (Fotoausstellung)

Leitung: Stadtarchiv Hann. Münden

Der Vorstand bittet herzlich um rege Teilnahme.

Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Termine.

Heimat– und Geschichtsverein

Sydekum zu Münden e. V.

Geschäftsstelle

Böttcherstr. 3

34346 Hann. Münden

Telefon: 05541 - 956990 (nur 2. und 4. Mittwoch von 10 bis 12 Uhr)

E-Mail: geschichtsverein.sydekum@t-online.de

Die Veranstaltung ist kostenlos; das Mittagessen ausgenommen.

Die Arbeitsgemeinschaft für Südniedersächsische Heimatforschung - Fachgruppe Archäologie Tobias Uhlig M. A. lädt ganz herzlich zu einem archäologischen Stadtspaziergang in Hann Münden ein. Am Samstag den 06.04. beginnt dieser um 11:00 an der Fußgängerbrücke (Mühlenbrücke) zur Innenstadt auf dem Tanzwerder.

Hintergrund ist die inzwischen dreijährige Tätigkeit von Herrn T. Uhlig bei der Inventarisierung des archäologischen Stadtarchivs Hann Münden. Dabei arbeitete er mit reichem archäologischen Fundmaterial des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, die zwischen 1999 und 2012 in Hann Münden bei verschiedenen Grabungen durch A. Demandt geborgen wurden. Die große Mehrheit dieser Komplexe konnte noch nicht ausgewertet und nur in Ansätzen publiziert werden, obwohl diese viele spannende neue Einblicke in die Lebenswelt vergangener Jahrhunderte in Hann Münden gewähren.

In einem ca. 1,5-stündigen Spaziergang sind Sie von Herrn T. Uhlig eingeladen, ausgewählte Grabungsstätten zu besuchen und sie jeweils in ihrem stadtgeschichtlichen Kontext erläutert zu bekommen. Anschließend kann bei dem Besuch des stadtarchäologischen Archivs,  etwas über die Bearbeitung archäologischer Funde erfahren und Originalstücke der vorher besuchten Fundstellen in Augenschein genommen werden.

Daran anschließend (gegen 13:00) besteht die Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen gegen Bezahlung.

Eine Anmeldung bei Herrn T. Uhlig ist bis zum Sonntag, den 24.03.19, per Mail: „tuhlig92@gmail.com“ oder telefonisch „0157 87788348“ erforderlich.

Zu 1. Datum: 21. März 2019

Ort: Lepantosaal, Welfenschloss, Hann. Münden

Zeit: 19:30 Uhr

Es wird kein Beitrag erhoben.

„... like a sunshine in the darkness“

Karl Laabs (1896-1979), ein Judenretter aus Hann. Münden

Vortrag Dr. Reinhold Lütgemeier-Davin,

21. März 2019, 19.30-22.00 Uhr im Welfenschloss, Lepantosaal

Es gibt nur wenige Judenretter in Wehrmachtsuniform, die durch die zentrale Gedenkstätte Yad Vashem (Israel) als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt wurden. Zu diesen Wenigen gehört ein Bürger der Stadt Hann. Münden, der 1943 auf abenteuerlich-gerissene Weise mehr als hundert polnische Juden vor dem sicheren Tod in den Gaskammern von Auschwitz rettete. Es gab also Handlungsspielräume auch in Zeiten staatlichen Terrors, wenn man sie nutzen wollte! Es war möglich, Menschenleben vor dem Rassen- und Vernichtungswahn der Nationalsozialisten zu retten – ohne organisierten Widerstand, aber mit persönlichem Mut, Zivilcourage, durch Anstand und selbstlosen Einsatz im Sinne der Humanität – mit einem (kalkulierbaren) Risiko für das eigene Überleben.

Karl Laabs (1896-1979), geboren in der Altstadt Hann. Mündens, zeit seines Lebens mit Südniedersachsen und Nordhessen eng verbunden, Mitglied der bürgerlichen Jugendbewegung, war Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg, nach 1918 Mitbegründer der „Vereinigung zur Erhaltung der Burg Ludwigstein“. Zwischen 1923 und 1931 war er Architekt in Kassel, 1933-1935 Leiter des Mündener Bauamts, schließlich selbstständiger Architekt in der Dreiflüssestadt, bis er im Zweiten Weltkrieg als Luftwaffen-Feldwebel und Kreisbaurat nach Krenau in der Nähe von Auschwitz dienstverpflichtet wurde. Dort erwarb er ein weitläufiges Grundstück mit Wohnhaus und Scheunen, auf dem er polnische Juden versorgte, versteckte und schließlich im Februar 1943 vor dem drohenden Abtransport ins nahe Vernichtungslager uneigennützig rettete.

Über seine Rettungstaten bewahrte er aus Eigenschutz selbstverständlich während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft Schweigen. Aber auch nach 1945 empfahl sich ein Bekenntnis zum Rettungswiderstand nicht; zu schnell wäre man in Zeiten der Restauration unter Kommunismus-Verdacht geraten. In einem langwierigen Entnazifizierungsverfahren halfen Karl Laabs eidesstattliche Versicherungen von Juden, die ihm sein Überleben zu verdanken hatten. Die offizielle Anerkennung als Judenretter erlebte Karl Laabs nicht mehr. Er erhielt zwar 1972 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für seine Rettungstaten, aber erst 1980 posthum eine Ehrung durch Yad Vashem.

Es wird Zeit, dass sich Hann. Münden seines stillen Helden erinnert und ihn angemessen ehrt! Denn: Sein menschliches Verhalten, die „Banalität des Guten“ in einer Zeit staatlichen Terrors könnte vorbildhaft sein für nachfolgende Generationen.

Lassen Sie sich den Vortrag nicht entgehen!