Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e. V

Sydekum - der Name verpflichtet

Beschlüsse der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 08.03.2012
zu Dr. Karl Brethauer

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Nachfolgend das Ergebnis der außerordentlichen Mitgliederversammlung:

Nach einer ausführlichen Diskussion mit Änderungsanträgen wurden für die weitere Arbeit des Vereins folgende Beschlüsse gefasst:

 

1. Das Werk des Dr. Karl Brethauer im Rahmen seiner Forschungen / Veröffentlichungen heimat- und geschichtskundlicher Themen ist ein wertvoller Beitrag zur Heimatgeschichte in Hanna. Münden. (Einstimmig)

2. Auf Grund der nun bekannt gewordenen Tatsachen seiner Tätigkeit in verantwortlicher Stellung in dem „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“, einer verbrecherischen Organisation für Kultur- und Kunstraub in der NS-Zeit, wird seine Ehrenmitgliedschaft in allen künftigen Publikationen, mündlichen wie auch schriftlichen Verlautbarungen des Vereins, nicht mehr aufgeführt bzw. erwähnt.
Seine Mitgliedschaft endete mit seinem Tod, folgerichtig auch seine Ehrenmitgliedschaft; getilgt wird daher die Erinnerung an diese besondere Form der Mitgliedschaft. (Eine Gegenstimme)

3. Der Vorstand wird beauftragt, mit dem Arbeitergeschichtsverein und dem Verein Erinnerung und Mahnung e. V. eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Erforschung und Vermittlung von geschichtlichen Zusammenhängen mit örtlichem / regionalem Bezug zu der Zeit von 1933 bis 1945 einzugehen und entsprechende Erkenntnisse zu publizieren. (Einstimmig.)

 

Die Gründe dafür waren:


Unser verstorbenes Mitglied Dr. Karl Brethauer war ein Angehöriger des Einsatzstabes Reichsleiter Rosenberg. (Weitere Informationen hierzu: Wikipedia und Rodrick Miller)


Von dieser Tatsache — von den tiefen Verstrickungen seines verstorbenen Mitglieds Dr. Karl Brethauer an führender Stelle in dem „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ (ERR) - hatte der Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e. V. mit großer Bestürzung und Betroffenheit  Kenntnis erhalten.

Diese Nachricht hat den Verein deshalb so stark betroffen gemacht, da bis zu diesem Zeitpunkt seine Tätigkeit im sog. Dritten Reich nicht ansatzweise bekannt war. Stellvertretend steht hier unser hoch geschätztes verstorbenes Mitglied Heinz Hartung  - ein mit seiner Familie im „Dritten Reich“ Verfolgter – der  bei Kenntnis dieses Sachverhalts seine Freundschaft zu Dr. Brethauer sicherlich nicht aufrechterhalten und darüber hinaus dies  im Verein und der Öffentlichkeit bekannt  gemacht hätte.

In diesem Zusammenhang zitiert der Verein Herrn Roderick Miller aus dessen umfangreich recherchierten Kurzbiografie von Karl Brethauer – veröffentlicht auch in Wikipedia - wie folgt:

Dass Karl Brethauer in der bisherigen ERR-Literatur kaum erwähnt worden ist, ist wenig verwunderlich. Schon am 2. Dezember 1943 wurden die Akten der ERR-Dienststelle in Berlin (Bismarckstr. 1, Berlin-Charlottenburg) durch einen Luftangriff der RAF komplett vernichtet.  Viele Akten des ERR sind nach dem Krieg nicht erhalten geblieben, da die meisten beim Eintreffen der alliierten Truppen vernichtet oder verbrannt worden sind.
Ein großer Teil der Reste der ERR-Akten befand sich nach dem Krieg in osteuropäischen Archiven, wo westliche Historiker erst ab 1989 Zugang hatten. ……..
Erst durch die Forschungen der amerikanischen Historikerin Patricia Kennedy Grimsted in den letzten Jahrzehnten wurde ein Überblick der Bestände der ERR-Akten in den west- und osteuropäischen Archiven ermöglicht. Die eigentliche Forschungsarbeit ist noch immer nicht abgeschlossen. Die Nachforschung im Archivbestand der ukrainischen Archive ergab 102 ERR-Dokumente, in denen Brethauers Name erwähnt ist. Der Inhalt dieser Dokumente ist noch nicht erschlossen.“

 

Jetzt aber ist bekannt: Dr. Karl Brethauer gehörte mit dem Dienstgrad eines  Stabs-einsatzführer als Leiter der Abteilung Auswertung, als Leiter der Hauptarbeitsgruppe Frankreich und später als Abteilungsleiter zbV der Hauptabteilung I dem “Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ (ERR) an, der  zu den großen Rauborganisationen des "Dritten Reiches" gehörte.
Dieser Einsatzstab war mit der Vollmacht ausgestattet, in den besetzten Gebieten Material für die Bekämpfung der "weltanschaulichen Gegner" des Nationalsozialismus "sicherzustellen". Die Organisation hat in den besetzten Gebieten unzählige Bücher, Dokumente und sonstige Kulturgüter aus dem Besitz von Bibliotheken, Instituten,  Archiven und  Privatleuten unrechtmäßig in Besitz gebracht und war darüber hinaus am Kunstraub aktiv beteiligt.

Die Erinnerung an das bisher geachtete verstorbene Mitglied hat nun mehr als einen dunklen Schatten erhalten.

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