Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e. V

Sydekum - der Name verpflichtet

Wir über uns

Heimat– und Geschichtsverein

Sydekum zu Münden e. V.

Geschäftsstelle

Böttcherstr. 3

34346 Hann. Münden

Telefon: 05541 - 956990

Fax: 05541 - 956990

E-Mail: geschichtsverein.sydekum@t-online.de

Über den Verein

 

Ziele und Aktivitäten des Vereins

1. Förderung und Unterstützung des Museums

2. Herausgabe von volkskundlicher, geschichtlicher und wissenschaftlicher Literatur aus der Region. Bis heute 40 Veröffentlichungen

3. Förderung und Unterstützung der archäologischen Tätigkeit innerhalb der Innenstadt und der eingemeindeten Ortschaften

4. Aktive Hausforschung bei Umbauten der Bürgerhäuser in der Innenstadt und der Bauernhäuser der eingemeindeten Dörfer Farbberatung bei Umbau und Erneuerung in enger Abstimmung mit der unteren Denkmalbehörde

5. Anlage einer Hauskartei für die Innenstadt mit ihren wechselnden Hausnummern, mit ihren Bewohnern und deren Berufen (Häuserspuren)

6. Sammlung alter und aktueller Fotos der Häuser im Mauerring der Altstadt zur Unterstützung der nachfolgenden Dokumentation

7. Ermittlung der Haustypologie, der Bauzeit und der Umbauten, sowie der Schmuckformen der Altstadthäuser im Mauerring

8. Erforschung der Flurnamen

9. Im Sommerhalbjahr: Exkursionen zu historischen Stätten und aktuellen geschichtlich und volkskundlich bedeutenden Plätzen in der näheren Umgebung (Angebot nach besonderem Terminplan) sowie Vorträge

10. Im Winterhalbjahr: Offener Gesprächskreis / Vorträge mit geschichtlichem, volkskundlichem und heimatkundlichem Inhalt.

Geschichte und Name des Vereins

Die Burg Plesse hat einen Turm, von dem aus man einen weiten Blick über das Leinetal hat. Sein Name: „Sydekum“. Genau so hieß auch ein Turm in Witzenhausen, und so nannte man auch das 1729 auf dem „Rondehl“ an der Mündener Schlagdspitze erbaute Wirtshaus. Von hier aus konnte man sich so richtig umsehen, das Geschehen auf den Schlagden und auf der Brücke beobachten, die Schiffe von Bremen und Kassel kommen und wieder abfahren sehen.

Sydekum = „Sieh deck üm“ - Sieh dich um! - war dann auch der Name für einen Hotel-Neubau auf der Ostseite der Werrabrücke, den Andreas Röhrig 1783 anstelle von vier alten Fachwerkhäusern auf der Stadtmauer errichten ließ, und so nannte sich schließlich auch ein bürgerlicher Verein, der hier seine Treffen veranstaltete, bis aus dem Gebäude eine Kirche der Methodisten wurde.

Nach dem 2. Weltkrieg hatte man zunächst genug damit zu tun, das Lebensnotwendigste zu ergattern. In den sechziger Jahren dann erwachte das Interesse an der Geschichte der Stadt. Der bekannte Kunstmaler Alfred Hesse begann dafür zu werben, dass ein Haus nach dem anderen von seiner vergilbten, verschmutzten Bretterverkleidung befreit wurde. Zum Vorschein kamen schmucke Fachwerkhäuser, die zum Teil bereits seit mehreren hundert Jahren hier standen. Wer mochte sie erbaut haben? Es wurden viele alte Akten durchstöbert, die damals noch auf dem Rathausboden verstaubten, und es wurde so manches Interessante zutage gefördert. Viele Veröffentlichungen darüber in der örtlichen Tageszeitung fanden aufmerksame Leser, und wenn Vorträge gehalten wurden, waren die Lokale stets voll.

Am 9. März 1972 beschlossen einige der regelmäßigen Besucher dieser Veranstaltungen, die Sache auf eine feste Grundlage zu stellen, einen Verein zu gründen, der sich die Erforschung der Geschichte der Stadt Münden zur Aufgabe machte. Das waren unter anderen der pensionierte Bibliotheksdirektor Dr. Dr. h. c. Ludwig Denecke, der Richter Günter Spielmeyer, der Grafiker und Heraldiker Heinz Hartung (der später die Funktion als „Stadtbildpfleger“ bekam und Münden zur „ausgezeichneten Fachwerkstadt“ werden ließ), der Laubacher Förster und Eberlein-Forscher Günther Kaerger, und viele mehr.

Sich umsehen in der Stadt, die für viele zur neuen Heimat geworden war, wollte man. Was lag näher, als dem neuen Heimat- und Geschichtsverein wieder den Namen „Sydekum“ zu geben?

Seitdem werden regelmäßig Vorträge und Exkursionen in die nähere und fernere Umgebung zu geschichtsträchtigen Plätzen organisiert. Ein „Arbeitskreis“ etablierte sich, in dem man sich gegenseitig berät und unterstützt. 1980 erschien die erste Veröffentlichung: „Die Entwicklung der Forstlichen Verbindungen in Hannoversch Münden und Göttingen“. Schließlich gab es hier ja seit langem eine Forstliche Hochschule! Es folgten Beiträge zur Geschichte des Nachbardorfes Volkmarshausen, zu „Münden im Mittelalter“, die erste Sammlung von Flurnamen aus der Feder von Günther Kaerger. 1983 erschien ein farbiger Band „Münden im Bild der Jahrhunderte“. Dieses „beschreibende Verzeichnis der Darstellungen der Stadt und der heute zu ihr gehörenden Orte in der Grafik des 16. bis 19. Jahrhunderts“ von Hans Fiedler wurde zu einem Standardwerk der Kunsthändler und Sammler von Grafiken!

Der Erfolg hielt an. Die 1985 als 13. Sydekum-Schrift erschienene farbige Darstellung „Mündener Haustüren, Tore und Portale von 1400 bis in die Gegenwart“ von Heinz Hartung musste bereits nach vier Jahren in einer leicht erweiterten Fassung neu aufgelegt werden, und sie wird heute noch von überall her bestellt.

Insgesamt wurden bisher 40 Sydekum-Schriften veröffentlicht, über Werkzeuge und Geräte, über Fayencen und Töpferwaren, Beiträge zur Archäologie, zum Verkehr... Durch seine Lage am Schnittpunkt von Wasserstraßen, Landwegen und Schienen kann Hann. Münden als Beispiel für Tendenzen und Irrwege gerade auch in der Verkehrsgeschichte dienen.

 

Wer die Stadt als Tourist besucht und mehr mit nach Hause nehmen möchte als ein paar schöne Eindrücke, sollte sich die Bücher des Sydekum-Vereins zeigen lassen. In der Buchhandlung Hella Winnemuth an der Ecke Rosenstraße/Burgstraße sind die noch lieferbaren Titel stets vorrätig.

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