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Beschreibung Kalender 2027

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Beschreibung Kalender 2027

Geschichtsverein Sydekum – Geschichte erleben in Hann. Münden
Veröffentlicht von Dr. H. Freist in Publikationen · Dienstag 16 Jun 2026 · Lesezeit 5 Minuten
Tags: Kalender2027BeschreibungPlanungJahresübersichtFeiertageOrganisationZeitmanagement
Preis und Erwerb:
Der Preis beträgt 10,- € zuzüglich Versandkosten.
 
Erwerbsmöglichkeit:  
 
Freist; Burgstraße 32; 34346 Hann. Münden  Tel. 05541-73043  E- Mail : hesifreist@web.de

Heimatkundliche Erläuterungen:
Deckblatt - Bursfelde ist ein magischer Ort. 1093 gründete Graf Heinrich von Northeim, der Reiche, das Benediktiner-Kloster im Ort Mimende. Als Lehnsherr des „Königswaldes“ übertrug er der Abtei auch ein rund 600 ha großes Revier (es gab über Jahrhunderte einen Klosterförster). Der kleine, vorbildlich renaturierte, Bramwaldfluss Nieme mündet dort in die Weser. Das Niemetal begeistert viele Wanderer.
 
Januar - Abtshütte: Ein Göttinger Theologie-Professor wird traditionell zum Abt des evangelischen Klosters Bursfelde gewählt. Die Äbte schätzten den ruhigen Ort im Klosterwald, um ihre Vorlesungen und Predigten vorzubereiten. Forstort Sundern.
 
Februar - Blick über die Bramburg in das Wesertal: Ihre Erstanlage könnte auf den Herzog Otto den Erlauchten (regierte von 880 bis 912, Vater des ersten deutschen Königs Heinrich I.) zurückgehen. Der Bergfried wurde von Äbten des Klosters Corvey (etwa 1200-1230) gebaut. Der 140-jährige Buchenbestand mit Unterholz repräsentiert die „Durchforstung im Herrschenden“ nach den Regeln des bekannten Leiters der Lehr-Oberförsterei Bramwald, Forstmeister Michaelis (1888-1921). Forstort Windwarte.
 
März - Totenberg-Häuschen: Es ist durch seinen sechseckigen Grundriss einmalig originell. Ein danebenstehender Stall war für das Pferd des Oberförsters in Hemeln und des „inspizierenden" Forstmeisters in Münden (Reitende Förster) gebaut. Umgeben ist die Hütte vom „Naturwald", der seit 1989 nicht mehr bewirtschaftet wird. Seit der Bronzezeit herrscht in dem siedlungsfernen Gebiet die Baumart Buche, gegenwärtig ein zweihundertjähriger Bestand mit etlichen Eichen und Fichten sowie wenigen Hainbuchen, Ahornen, Eschen und Weißtannen. Darin brütet der Schwarzstorch. Forstort Totenberg.
 
April - Kaffeehütte: Der Name entstand im zweiten Weltkrieg. Der Förster Schwerdtfeger brachte den Kulturfrauen echten Bohnenkaffee zum „Kulturfest", einer Geselligkeit am Ende der Pflanzzeit im Frühjahr.
 
Mai - Starmke-Häuschen: Eine für forstliche Dienstbesprechungen, Geselligkeit, Waldfeste und als Ziel von Wanderungen besonders beliebte Hütte. Sie hat ein Dach mit Sollingplatten. Ihr Name bedeutet Stirn-Bach, weil sie an einer gefassten Quelle liegt und sich nahebei eine Bergrippe befindet. Sie bietet einen Ausblick in das Wesertal bis Münden. Forstort Starmkes Gehege.
 
Juni - Burckhardt-Hütte: Sie erinnert an den berühmten Dr. h.c. Heinrich Christian Burckhardt (1811-1879), der, das Adelsprivileg brechend, vom Unterförster im Bramwald (Gehender Förster im Revier Bühren) zum Landesforstdirektor des Königreiches Hannover (ab 1866 Preußische Provinz) aufstieg. 1844 wurde er der Direktor der Mündener Forstschule. 1868 bewirkte er die Gründung der Forstakademie in Münden. Forstort Gutgenug.
 
Juli - Klingenberg-Häuschen: Es war eine Pflanzgartenhütte. Bis vor wenigen Jahrzehnten zog jede Revierförsterei die benötigten Pflanzen in einem Kamp an. Darin arbeiteten die „Kulturfrauen", hier aus dem Dorf Glashütte. Auf der fünfzig Pfennig Münze war die eine Eiche pflanzende „Kulturfrau“ gewürdigt. Die hintere Hälfte der Hütte diente als Pferdestall für die höheren Forstbeamten. Dazu gehört der „Gänse-Brunnen". Forstort Gänsebrunnen.
 
August - Mittelwald: Im Mittelalter entwickelten die Dorfgemeinschaften in Europa aus dem schattigen Buchen — Urwald einen lichten multifunktionalen Wirtschaftswald. Er war zweischichtig. Das Oberholz bestand aus „fruchtbaren Bäumen“, zumeist alten Eichen für Fachwerkhäuser, Schifte, Wagen, Geräte. Fässer und Eicheln für die Schweinemast. Das Unterholz lieferte das zum Überleben unentbehrliche Brenn­holz. Es bestand häufig aus Hainbuchen — Stockausschlägen und Sträuchern. Man erfand seine nachhaltige Lieferung, indem man die Waldfläche um das Dorf in zumeist 18 Parzellen einteilte und jedes Jahr eine Parzelle flächig nutzte. Die Hiebsfläche wurde „in Zuschlag gelegt" (für das Weidevieh gesperrt) bis die „Lohden dem Viehmaul entwachsen waren.“ Auf dem dörflichen Thieplatz berieten die Bauern („wer sein eigen Herdrauch hat und sein eigen Mus isset“) gemeinschaftlich alle erforderlichen Wirtschaftsmaßnahmen. Beschlüsse wurden durch Handreichen im Kreis bekräftigt („Eigentum zur gesamten Hand = Allmende"). Forstort Kohlberg.
 
September - Hutewald: Auf der Hochfläche des Bramwaldes bewirkte die Eiszeit einen staunassen nährstoffarmen Boden (wegen der grauen Farbe „Molkeboden“). Dort entwickelte sich der Mittelwald zum Hutewald, weil die Unterholzschicht ausfiel. Aus dem Leinetal wurde Weidevieh bis in diesen Hutewald getrieben. Die Eichen wurden in Eichenkämpen angezogen und als Heister in weitem Abstand gepflanzt. Wegen der Staunässe wurden Gräben gezogen. Es werden dort auch noch robuste Rinder gehalten, um das museale Waldbild zu pflegen und den Waldbesuchern frühere Nutzungen zu vergegenwärtigen. Forsttort Sauanger.
 
Oktober - Quarzit-Schlagstätte: Fritz-Bertram Jünemann, Dorfschullehrer in Bühren und verdienstvoller Bodendenkmalpfleger, hat entdeckt, dass unsere Vorfahren in der Steinzeit hier ihre Geräte und Waffen hergestellt haben. Naturpark und Forst errichteten an dem Ziel vieler Wanderungen eine Köte. Forstort Vossküppel.
 
November - Gewitter Über dem Bramwald (Maler: Bernhard Hagenberg): Die dunklen Wolken und die vergraste Freifläche nach Orkanwurf dokumentieren, dass der Bramwald unter dem sich zur Krise entwickelnden Klimawandel leidet. Forstort Heidkopf.
 
Dezember - Das Bild (Maler: Julius v. Rhamm) erzählt Forstgeschichte. Die Montanindustrie verlangte Grubenholz. Deshalb verdrängten dunkle Fichtenbestände den lichten tierfreundlichen Eichen-Hutewald. Ein Fuchs schaut resigniert der im Erdloch verschwindenden Maus nach.

Anmerkungen:
Die Bilder hängen in der Wohnung von Sieglinde und Dr. Helmuth Freist. Er leitete von 1965 bis 1997 das Lehrforstamt Bramwald. Sein Patenonkel Werner Freist (1908-1997), Oberstudienrat in Schöningen am Elm, kam häufig zu Besuch und malte sehr viele Bilder. Ein Bild stammt von dem Urgroßvater Julius v. Rhamm (1842-1927), Amtsgerichtsdirektor in Braunschweig, bekannter Ornithologe und Jäger.
 
Ein Bild malte Onkel Bernhard Hagenberg, der im Bramwald zur Jagd ging und Staatsanwalt in Göttingen und Hildesheim war.
Die heimatkundlichen Erläuterungen verfasste Helmuth Freist.


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Über den Geschichtsverein Sydekum

Der Geschichtsverein Sydekum erforscht und vermittelt seit 1972 die Geschichte, Kultur und Wirtschaft unserer Region. Wir unterstützen Museum und Archiv, organisieren Vorträge, Gesprächskreise und Exkursionen und stellen Vereinspublikationen vor. Interessierte sind herzlich eingeladen, mitzumachen und Geschichte lebendig zu halten.
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